Der sichtbare Bereich

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Vor kurzem las ich ein neues Fachbuch gegen, in dem die Autorin riet, man solle bei der Platzierung von Seitenelementen auf den sichtbaren Bereich achten. Auch unter Kunden ist dieser Begriff sehr beliebt. Man achtet auf den "sichtbaren Bereich".

Mich erinnert das immer an den Falz der Tageszeitung. Es zeigt ein Missverständnis in Bezug auf das Internet. Natürlich gibt es Bereiche einer Webseite, die beim Laden der Seite nicht direkt sichtbar sind. Man muss scrollen, um sie zu erreichen. Aber die Fomulierung "sichtbarer Bereich" wird immer so gewählt, als handele es sich dabei um eine feste Größe. Streng genommen können wir nur von 200 bis 300 Pixeln Höhe ausgehen, die sich im initialen sichtbaren Bereich befinden. Alles andere ist von den Besuchern abhängig. Welche Auflösung hat mein Monitor? 1024x768 wie mein Notebook oder 1920x1200 wie mein Rechner an der Arbeit oder 1280x1024 wie mein Rechner zuhause oder gar nur 800x480 wie mein EeePC?

Welche Höhe soll ich nun als "sichtbaren Bereich" festlegen? DIe sichtbare Höhe wird zusätzlich dadurch beeinfußt, ob ich Browserleisten wie die Google-Toolbar installiert habe und ob ich den Browser maximal augefahren habe oder nicht. Auf meinem 1920er Display schiebe ich mir die Browser immer so in der Größe zurecht, wie ich es für richtig halte.

Die Stärke des Internet sind die Vielfalt und die Flexibilität der Darstellungsmöglichkeiten. Das ist auch gleichzeitig die Herausforderung für die, die für das Internet arbeiten. Der "sichtbare Bereich" ist in der gewünschten absoluten Höhe ein Mythos! Die Menschen scrollen, wenn sie etwas lesen wollen und noch relevanten Content erwarten.

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In den letzten Tagen habe ich mal wieder ein im entstehen befindliches Buch gegengelesen. Die Autorin schrieb an einer Stelle vom “sichtbaren Bereich”. Ich kenne diese Formulierung auch von Kunden-Statements. Nichtsdestotrotz halte ich das ... Mehr

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Befindet sich allerdings z.B. ein Banner am Seitenende, und der User scrollt nicht runter, weil er keinen relevanten Content mehr erwartet, wird dieses Banner nicht wahrgenommen (aber u.U. die Adimpression bezahlt). Daher sind im sichtbaren Bereich platzierte Banner besser, da sie mit viel größerer Wahrscheinlichkeit wahrgenommen werden.

Kunden haben keine Ahnung. Deswegen engagieren sie Profis. Wir erklären das Internet, aber der Kunde entpuppt sich manchmal als Beratungsresistent. Nachdem wir diese feste Höhe – du die hier beschreibst – aus den Köpfen verbannt haben, heißt es dann: "zumindest auf meinem Laptop sollte ich alles sehen können".
Damit hat der Kunde aber zum Teil auch Recht. Was er mit dem "sichtbaren Bereich" meint, ist nichts weiter, als dass die wesentliche Inhalte bei der aktuellen Standardauflösung auf der Startseite im Ganzen zu sehen sein sollten. Und das wiederum sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Und ja, einen fixen festen Bereich gibt es nur auf dem Papier.

Und: Ich hasse Captchas.

Seltsam, daß das Gespenst des "Sichtbaren Bereichs" noch immer herumgeistert. Bereits im Dezember 2006 gab es eine Studie [http://blog.clicktale.com/?p=19], die mit diesem Mythos aufgeräumt hat, bestätigt von zwei [http://blog.clicktale.com/2007/10/05/clicktale-scrolling-research-report-v20-part-1-visibility-and-scroll-reach/] Nachfolgestudien [http://blog.clicktale.com/2007/12/04/clicktale-scrolling-research-report-v20-part-2-visitor-attention-and-web-page-exposure/] im Oktober und Dezember 2007. Fazit: There is no fold!

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